Bericht über die Feier zur Verleihung
des Joachim Jungius-Preises 2009
(20. April 2010, Bucerius Law School Hamburg)

Download: Einladungskarte (pdf)

 

Begrüßung und Eröffnung

Prof. Dr. Kurt Pawlik, Stiftungsvorsitzender

 

Sehr verehrter Herr Bürgermeister von Beust,

sehr verehrte Frau Vizepräsidentin Duden,

sehr verehrtes Ehrenbürger-Ehepaar Frau und Herr Professor Greve,

lieber Herr Dr. Korth,

verehrte Festgäste,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie zur Feier anlässlich der Verleihung des Joachim Jungius-Preises 2009 und danke Ihnen namens der Stiftung für Ihre zahlreiche Teilnahme. Der Zeitrahmen der Veranstaltung gebietet mir leider, die namentliche Begrüßung auf wenige Festgäste beschränken zu müssen:
 

Mein erster und besonders herzlicher Gruß geht an Sie, verehrter Herr Bürgermeister von Beust, und ich verbinde damit unseren aufrichtigen Dank für Ihre Bereitschaft, die Schirmherrschaft über die heutige Veranstaltung zu übernehmen und sie durch Ihre Teilnahme auszuzeichnen!

Sehr herzlich begrüße ich:

Frau Barbara Duden, Erste Vizepräsidentin der Hamburger Bürgerschaft und

die Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg, Frau Prof. Dr. Hannelore Greve und Herrn Honorarkonsul Prof. Dr. Dr. Helmut

Greve, die großzügigen Förderer von Wissenschaft und Kultur in unserer Stadt, so auch der früheren Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften, für die Ihnen die Stiftung tief verpflichtet ist.

Und ich begrüße herzlich den „Star“ des Abends, unseren Preisträger Dr. Christian Korth mit seiner Gattin und Familie!

Herzliche Grüße gehen an:

die anwesenden Mitglieder des Diplomatischen Corps;

die Repräsentanten der Hochschulen:

ich darf mit den Hausherren beginnen:

Herrn Prof. Dr. Karsten Schmidt und

Herrn Prof. Dr. Michael Fehling, Präsident bzw. Vizepräsident der Bucerius Law School, der unsere Stiftung für die großzügige Unterstützung der heutigen Veranstaltung sehr verpflichtet ist; sodann an die Präsidenten und Vizepräsidenten:

der Universität Hamburg:

Herrn Prof. Dr. Dieter Lenzen,

Herrn Prof. Dr. H. Siegfried Stiehl,

der Technischen Universität Hamburg-Harburg:

Herrn Prof. Dr. Edwin Kreuzer, sowie

den Ehrenpräsidenten der Hochschule für Musik und Theater Hamburg:

Herrn Prof. Dr. Hermann Rauhe.

Ein besonderer Gruß geht an die Festrednerin des Abends:

Frau Prof. Dr. Dr. Marlies Ahlert, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und

die anwesenden weiteren Mitglieder der Jury des Joachim Jungius-Preises 2009.

 

Wir freuen uns über die zahlreiche Teilnahme von Kolleginnen und Kollegen aus den Hamburger Hochschulen und dem weiteren Norddeutschen Raum, der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und der früheren Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften und von renommierten Persönlichkeiten aus der Wirtschaft aus den Handelskammern Hamburg und Schleswig-Holstein sowie aus der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg und, nicht zuletzt, seitens der Presse und Medien.

 

Mit der heutigen Feier zur Verleihung des Joachim Jungius-Preises 2009 stellt sich unsere Stiftung erstmals in einer öffentlichen Veranstaltung vor. Ende 2007 in der Rechtsform einer gemeinnützigen rechtsfähigen Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet, verfolgt die Joachim Jungius-Stiftung der Wissenschaften zu Hamburg die Förderung von Wissenschaft und Forschung als ihren unmittelbaren und ausschließlichen Zweck. Sie steht in der Nachfolge der 1947 gegründeten Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften, die im Zuge ihrer Selbstauflösung nach erreichter Gründung der Akademie der Wissenschaften in Hamburg die neue Stiftung errichtete.

 

Als erste Fördertätigkeit hat die Stiftung einen Preis zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung für herausragende wissenschaftliche Forschung zu dem Thema

Verteilungsgerechtigkeit

ausgeschrieben, in Weiterführung einer Tradition der Joachim Jungius-Gesellschaft unter der Bezeichnung Joachim Jungius-Preis. Entsprechend der Widmung des Preises war das zulässige Höchstalter von Bewerbern zum Zeitpunkt der Einreichung auf 40 Jahre festgesetzt.

 

Mit dieser Preisaufgabe wollte die Stiftung ein Thema mit großer Problemgeschichte aufgreifen, an dem sich einmal mehr das Wechselverhältnis zwischen gesellschaftlicher (bis politischer) Aktualität eines Fragenkomplexes und seiner wissenschaftlichen Aufklärung besonders profiliert. In seinem heute längst zum Klassiker gewordenen Buch „A Theory of Justice“ schrieb der Harvard-Professor für Philosophie John Rawls dem Begriff Gerechtigkeit gleichrangige Bedeutung für eine Gesellschaft zu, wie sie die dem Begriff Wahrheit in der Wissenschaft zukommt. Die Konzeption von distributiver oder Verteilungsgerechtigkeit ist dabei von zentraler Bedeutung – bezogen nicht allein auf die Verteilung von Erträgen und Lasten wirtschaftlicher Aktivität, sondern auch vieler anderer Gewinne und Kosten im sozialen Miteinander, bis hin zu Verteilungsfragen im Generationenausgleich oder bei lebensrettenden Organspenden. Wissenschaftliche Forschung zur Verteilungsgerechtigkeit greift ein Kernthema im Schnittpunkt von Wirtschaftswissenschaften und Praktischer Philosophie auf und ist wiederholt mit dem Nobelpreisen ausgezeichnet worden, so 1994 an John C. Harsanyi oder 1998 an den indischen Ökonomen Armatya Sen. Frau Professor Ahlert wird uns in ihrem Festvortrag in diese Forschung einführen.

 

Der Stiftungsvorstand freute sich, auf der Grundlage des einhelligem Votums der externen Jury aus der großen Zahl eingegangener Bewerbungen den Preis an

Herrn Dr. Christian Korth, Bayreuth / Erlangen,

für seine Arbeit „Fairness in Bargaining and Markets“ vergeben zu können, mit der er neue theoretische und experimentelle Zugänge zur wirtschaftswissenschaftlichen Gerechtigkeitsforschung eröffnet.

 

 

Grußwort

Ole von Beust, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

 

In seinem Grußwort ging Bürgermeister von Beust auf Tradition und heutige Bedeutung von Wissenschaft und Forschung in Hamburg ein. Er fand dabei anerkennende Worte für die frühere Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaft und für die neu errichtete Akademie der Wissenschaften in Hamburg und dankte einmal mehr dem Ehrenbürger-Ehepaar Hannelore und Helmut Greve für ihre stete und großzügige Förderung von Wissenschaft, namentlich auch in der Gründung der Akademie.

 

Der Bürgermeister unterstrich die signifikante Bedeutung von „Verteilungsgerechtigkeit“ auch im gesellschaftlichen Miteinander und für politische Fairness und beglückwünschte den Preisträger Dr. Korth zum Joachim Jungius-Preis 2009.

 

 

Festvortrag: „Das Experiment der Gerechtigkeit“

Prof. Dr. Dr. Marlies Ahlert, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

 

Der Festvortrag wurde frei gehalten, begleitet von PowerPoint-Folien

Download: Das Experiment der Gerechtigkeit.pdf

Dazu gibt Frau Prof. Ahlert diese ergänzenden Literaturhinweise:

 

– Bolton, Gary E., and Axel Ockenfels (2000): “ERC – A Theory of Equity, Reciprocity and. Competition.” American Economic Review, 90(1): 166-93.

– Ernst Fehr, and Klaus M. Schmidt (1999): "A Theory Of Fairness, Competition, And Cooperation," The Quarterly Journal of Economics 114(3): 817-868.

– Güth, Werner, Schmittberger, and Schwarze (1982). "An Experimental Analysis of Ultimatum Bargaining". Journal of Economic Behavior and Organization 3 (4): 367–388.

– Korth, Christian (2009): “Fairness in Bargaining and Markets”. Springer, Dordrecht Heidelberg London New York.

– Selten, Reinhard (1965): „Spieltheoretische Behandlung eines Oligopolmodells mit Nachfrageträgheit“. Zeitschrift für die gesamte Staatswirtschaf 121: 301-24, 677-89

– Selten, Reinhard (1994): „Multistage Game Models and Delay Supergames”. Nobel lecture, December 9, 1994.

nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/1994/selten-lecture.pdf

– Smith, Vernon (2002): “Constructivist and ecological Rationality in Games”. Prize lecture, December 8, 2002.

nobelprize.org/nobel_prizes/economics/laureates/2002/smith-lecture.pdf

 

 

Referat zur Preisschrift: „Fairness in Handel und Märkten“

Dr. Christian Korth, Erlangen

 

Auch der Vortrag des Preisträgers wurde frei gehalten, begleitet von PowerPoint-Folien

Download: Fairness in Handel und Märkten.pdf

Dazu gibt Dr. Korth diese ergänzenden Literaturhinweise:

 

– Berninghaus, S. K., C. Korth, and S. Napel (2007). Reciprocity—An indirect evolutionary analysis. Journal of Evolutionary Economics 17 (5), 579−603.

– Falk, A. and U. Fischbacher (2006). A theory of reciprocity. Games and Economic Behavior 54 (2), 293−315.

– Fehr, E. and K. M. Schmidt (1999). A theory of fairness, competition and cooperation.

– Quarterly Journal of Economics 114, 817−868.

– Fehr, E. and K. M. Schmidt (2006). The economics of fairness, reciprocity and altruism—Experimental evidence and new theories. In S. C. Kolm and J. Mercier Ythier (Eds.), Handbook on the Economics of Giving, Reciprocity and Altruism, Volume 1, Chapter 8, pp. 615−691. Amsterdam, Netherlands: Elsevier.

– Korth, C. and S. Napel (2009). Fairness, price stickiness, and history dependence in decentralized trade. Journal of Economic Behavior & Organization 71, 502−514.

– Rubinstein, A. and A. Wolinsky (1985). Equilibrium in a market with sequential bargaining. Econometrica 53, 1133−1150.

– Rubinstein, A. and A. Wolinsky (1990). Decentralized trading, strategic behaviour and the walrasian outcome. Review of Economic Studies 57, 63−78.